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Dünner Kot bei Taubenbabies

Ich habe bei uns im Garten zwei Taubenjunge gefunden, die samt Nest aus dem Baum gefallen sind. Die alten sind nicht zurück gekommen auf den Boden, da hab ich sie dann abends beim Regen rein geholt.

Ich ziehe sie nun seit ca. 4 Tagen auf, eigentlich klappt bis jetzt alles ganz gut.

Ich habe auch schon viel im Internet darüber gelesen.

Die bekommen auch Aufzuchtfutter, Vitamin B komplex und Calcium, alles was sie brauchen eben, so hoffe ich, aber der Kot der Tiere bleibt sehr dünn.

Ist das normal oder sind sie krank, weil ich womöglich doch etwas falsch mache?

Dr. Boskamp antwortet:

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Gelber Kot

Ich wollte wissen, was das für eine Krankheit sein kann: Gelber Kot.

Dr. Boskamp antwortet: (more…)

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Paramyxovirus im Detail

Die Krankheit wird bei Tauben verursacht durch den Paramyxovirus Serotyp 1. Dies betrifft eine Variante des NCD Virus das bei Hühner die Pseudovogelgrippe verursacht. Die Krankheit machte sich in den Niederlanden und Belgien um 1983 zum ersten Mal massal bemerkbar. Typisch waren in den ersten Jahren der wässrige Kot und die ernsthaften neurologischen Symptome. Inzwischen unterscheidet man agressive und weniger agressive Stämme, die noch neurologsichen Symptome verusachen können oder nicht.

Gerade das Vorkommen von weniger virulente Stämme macht das die Symptome oft nicht mehr richtig Spezifisch sind und die richtige Diagnose deswegen manchmal verfehlt wird. Obwohl die Tauben die an Wettflügen teilnehmen verpflichtet geimpft werden müssen, lässt der Virus sich nur sehr schwer zurückdrängen. Man darf dann auch sagen dass der Virus festen Fuss gefasst hat in Europa, sozusagen enzoötisch ist.

Paramyxovirusinfektionen erscheinen vorallem im Herbst, von August/September bis November. Die Inkubationszeit (d.h. die Zeit Zwischen der Infizierung und das Vorkommen der ersten Krankheitserscheinungen.) ist abhängig von der Kraft des Virusses und kann variieren zwischen drei Tage und fünf Wochen. In den Anfangswochen waren die ersten Erscheinungen oft schon sichtbar innerhalb eine Woche bis zehn Tagen. Die Tauben können die Krankheit also schon länger bei sich Tragen ohne dass der Züchter davon wissen kann.

Die Tauben können infiziert werden durch Kontakt mit kranke Tauben oder durch Inhalation vom Virus. Aber auch die Aufnahme von verseuchte Körner oder trinken aus verseuchte Tränken kann der Grund sein für aufnahme des Virusses. Auf nicht geimpfte Schlägen erkranken meistens alle Tauben wobei die Mortalität schwanken kann doch heutzutage meisten um die 5% liegt. Das Sterben als Folge einer Paramyxoinfektion sehen wir oft bei Nestjungen.

Im Falle der klassischen Erscheinungen bei einem Paramyxo Ausbruch kann das Sterben auch vorkommen weil die Tiere nicht mehr trinken oder essen durch den neurologischen Symptome.

Klinische Erscheinungen

Traditionell verursacht der Paramyxovirus also vor allem Schäden im Gehirn und in den Nieren. In den Nieren ist dann die Sprache von einer interstitielle Nefritis wodurch die Nieren nicht mehr genügend Flüssigkeit resorbieren können und der Kot sehr wässrig wird. Dies hat also nichts mit Darmprobleme zu tun. Den Feuchtigkeitsverlust zu Folge werden die Tauben extrem viel Trinken und entsteht eine sogenannte Poly-Urie Poly-Dypsie (Pu/Pd). Die Wasseraufnahme kann sogar zunehmen bis 2-3 Mal die normale Menge.

Dieser wässrige Kot kann bis zu zwei Monate dauern. Allmählig wird der Kot dann wieder fester. Bei einem Teil der erkrankten Tiere jedoch gehen die Beschwerden nicht mehr weg.

Es gibt also einen deutlichen Unterschied im Kot bei Durchfall und bei Pu/Pd. Im letzten Falle ist der Kot fast normal geformt aber dann liegt eine kleine Pfütze um den Kot.

Die Tauben können solange sie gut essen können längere Zeit in guter Kondition bleiben.

Im Moment dass die Tieren der Gehirnschäden zufolge nicht mehr essen können (Drehköpfe und Tremor des Kopfes; schiefer Kopf) geht die Kondition rasch zurück. Wenn der Gehirnschaden führt zu Lähmungen an Pfoten und Flügel ist Heilung ausgeschlossen.

Die leichteren Gehirnerscheinungen verschwinden auf der dauer. Trotzdem können bei Stress noch einen leichten Schiefstand des Kopfes und Tremor auffallen.

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Paratyphus (praktischer Ansatz)

Es ist und bleibt natürlich ein Dilemma. Pro und Kontra “Kur gegen Paratyphus”, oder ebenso “Impfung gegen diese Krankheit”. Die Meinungen laufen auseinander. Es gibt Tierärzte, welche die Impfung empfehlen, andere raten davon ab.

Ich glaube es gibt kein absolutes Pro und Kontra. Bei der Beurteilung ist der Paratyphus-Komplex insgesamt zu beurteilen.

Erstens ist es wichtig zu wissen, ob eine aktive Infektion mit Ausscheidung über den Kot vorliegt oder nicht. Ist letzteres der Fall, so ist der Behandlungsansatz definitiv anders zu sehen, als wenn es nicht der Fall ist.

Der Herbst ist die beste Zeit, um eine bakteriologische Kotuntersuchung auf das Vorhandensein des Paratyphus-Bazillus durchzuführen. Der Typ Salmonella typhimurium, var. Kopenhagen ist offiziell als stillen Killer bekannt.

Es ist auch wichtig, dass eine Sammelkotprobe über fünf Tage gesammelt wurde. Jedoch keine Massen von Kot an den Tierarzt Ihrer Wahl schicken.

Kein Tierarzt freut sich, wie bereits vorgekommen, einen ganzen Eimer voll gesammeltem Kot per Post von einem Züchter zu bekommen.

Im Herbst sehen wir die meisten Ansammlungen des Bazillus in den Ausscheidungen. Dies, weil die Tauben von der Mauser geprägt, weniger Widerstand haben und auch weil in der Mauser in der Regel keine Medikamente angewendet werden, welche die Vermehrung von Bakterien verlangsamen oder verhindern.
Diese letztere Tatsache ist wichtig. Medikamente verhindern die Ausscheidung von Salmonellen über den Kot. Ein Medikament wirkt hier stärker als andere. Die Forschung hat gezeigt, dass die Medikamentengabe die Ausscheidung für höchstens zwei Monate beeinflusst.

Dies bringt uns zu der Frage, ob wir im Herbst Paratyphus heilen können. Wir sollten uns da nichts vormachen, dass wir eine Heilung für x Tage im Herbst erreiche können.

Was wir mit einer Behandlung im Herbst erreichen ist eine vorrübergehende Verringerung der Infektionen (Salmonellen, E. coli, Proteus, Klebsiella, usw.), die in einigen Fällen bessere Zuchtergebnisse bringen.
Aus Bequemlichkeit führen die Züchter dieses Ergebnis dann auf die Paratyphusbehandlung zurück. Es ist jedoch durchaus möglich, dass diese Bakterien nicht das größte Problem bei den Tauben während der Zucht sind.
Die positive Wirkungen liegt in der Reduzierung des allgemeinen Infektionsdrucks während der Zuchtvorbereitung. Ich denke, hier haben wir das einzige Argument für eine Paratyphus-Behandlung nach der Mauser. Wichtig hierbei: auf jeden Fall ein geeignetes Probiotika nach der Behandlung geben.

Wir müssen alle daran denken, dass wir Paratyphus wirklich nicht mit einem einfachen Antibiotika heilen können. Diese Bakterien lachen darüber. Ein Klinikbeispiel mag dies verdeutlichen.

Ich habe vor einiger Zeit eine sehr teuere Taube für die klinische Paratyphusbehandlung in unserer Klinik gehabt. Wir injizierten die Taube 6 Tage lang Baytril. Die Taube war abgemagert und wurde nach der Bahndlung wieder rund. Kritisch wie ich bin habe ich jedoch dem Besitzer empfohlen, die Taube hier in der Klinik zu belassen. Und was ich befürchtet hatte passierte. Die Taube erkrankte erneut.

Es wurde dann eine Kombination von Medikamenten hergestellt, einschließlich Baytril, die theoretisch ein Überleben von Bakterien unmöglich machen. Gesagt – getan, die Taube erhielt 36 Tage diese Kombination. Die Taube wurde nicht gesund, aber sie konnte auch nicht sterben. Es wurde beschlossen, das Tier einschläfern zu lassen. Ich entnahm die Leber und setzte diese in eine Kultur und das Unwahrscheinliche passierte! Innerhalb von 24 Stunden begann eine reine Salmonellenkultur aus der Leber zu wachsen.
Dies beweist, dass Bakterien selbst eine starke Antibiotikakombination überleben können.

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Tauben haben wässrigen Kot

Meine Tauben haben, seitdem Sie brüten (ca. 1 Woche), wässrigen Kot. Kleine Pfützen liegen im Schlag und in der Mitte kleine “Würste” variierend grün oder braun. Teilweise auch “schmierige” Kugeln.

Ich habe vor 1 Woche eine Kotprobe machen lassen.

Bakteriologischer Befund: Salmonellen nicht nachgewiesen.

Parasitologischer Befund: Negativ.

Was kann es denn dann noch sein und wie kann ich es jeweils herausfinden?

Die Tauben sind so in einem – ich sage mal – fitten Zustand (keine abgemagert, kein Kopfverdrehen, kein Rückwärtsgehen)

Dr. Boskamp antwortet: (more…)

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