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Impfstoff nicht mehr lieferbar

Wollte meine Tauben wie jedes Jahr gegen Para. Impfen.

Heute hat mir mein Tierarzt mitgeteilt dass der Impfstoff nicht mehr lieferbar ist, gibt einen alternativ Impfstoff oder was ist der Grund.

Vielen Dank

Thomas Duerst

Dr. Boskamp antwortet:

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Neuer Impfstoff

Letztes Jahr lenkte ich die Aufmerksamkeit auf das Herpesvirus. Ich wies darauf hin, dass dieses Virus auch für große Jungtaubenverluste während der Reisesaison, aber auch beim Training am Haus verantwortlich sein könnte. Die Vorfälle häuften sich im vergangenen Jahr.

Leider habe ich die ersten Fälle von Jungtauben mit offensichtlichen klinischen Anzeichen einer Infektion mit dem Herpesvirus bereits in diesem Jahr gesehen.

Es gibt Züchter deren Jungtauben starben. Bereits seit 2005 sehen wir in der Klinik einen deutlichen Anstieg der Herpesvirus Symptome bei Tauben. Auffällig ist auch, dass die Verluste bei den Jungtauben jedes
Jahr steigen.

Die Verluste steigen immer dann, wenn Jungtauben von infizierten Beständen eingekorbt werden.
Die Tragödie ist, dass diese Tauben rund und glänzend eingekorbt werden und der Besitzer selbst überzeugt ist, dass seine Tauben auf dem Flug bestehen werden. Nichts ist weniger wahr, denn 25-35% der Jungtauben kommen nicht wieder.

In den letzten Jahren habe ich Züchter gesehen die entgegen den Rat Tauben gespielt haben und enttäuscht wurden. Sie haben praktisch keine Jungtaube überbehalten. Klinisch zeigen diese Tauben ausser einer geröteten Kehle keine Auffälligkeiten. Aber beim Rachenabstrich sind oft eine große Anzahl von Entzündungszellen zu finden. Abstriche bestätigen oft die Diagnose.

Die Situation kann durch eine Trichomonaden Infektion verschlimmert werden, muss jedoch nicht. Streptokokken können ebenfalls vermehrt auftreten und man muss sich darum kümmern. Deshalb erfordert eine Infektion mit dem Herpes oft eine Behandlung dieser sekundären Streptokokken Infektion.

Gegen das Virus ist im Grunde wenig mit Antibiotika auszurichten. Schließlich arbeiten Antibiotika nicht gegen Viren. Sambucca nigra hat sich einen Ruf erworben, um den Kampf gegen Infektionen zu begleiten, sodass ich in Bony Sambucca in der Tat als zusätzliche Unterstützung empfehle.

Aber Bony SGR zeigt auch hier nachweisbar seine Dienste.

Bis zum Beginn dieses Jahrhunderts war das Herpesvirus allgemein bei Jungtauben als “vliesje” bekannt. Es wurde dann getröpfelt und es war weg. Viel mehr Probleme gab es nicht. Klinische Fälle von Herpesviren Infektionen waren bis dahin eine ziemlich große Ausnahme. Es sieht nun ganz anders aus.

Seit 2005 habe ich versucht, ein Unternehmen zur Herstellung eines Herpes-Impfstoffes zu motivieren. Ich hörte von einem ungarischen Kollegen, der sehr glücklich war dort einen Impfstoff zu bekommen.

Aufgewachsen mit der Wissenschaft und dem Wissen, dass der Herpesvirus ungeeignet ist, um in einem Impfstoff zur Anwendung zu kommen, war ich natürlich skeptisch. Aber wenn wir uns die Entwicklungen dieser Krankheit und die schwere der Verluste bei den Jungtauben ansehen, wäre eine Impfung keine schlechte Wahl.

Die Zeit wird zeigen, ob die Impfung der Jungtauben zu den gleichen positiven Effekten führen, die ungarischen Kollegen uns melden.

Seit dem 28. März 2011 gibt es einen Impfstoff für den Einsatz gegen Herpesvirus bei Tauben. Es ist eine Kombination von Impfstoffen gegen Herpesvirus und Paramyxovirus. Der Herpes-Impfstoff sollte zwei Mal im Abstand von 3-4 Wochen injiziert werden. Vorzugsweise ab dem Alter von 5 Wochen.

An und für sich ist das 2-malige impfen gegen Paramyxovirus auch bei alten Tauben, die nur einmal geimpft wurden, zu empfehlen. Möglich, dass diese Impfung einen Teil der Lösung bietet, um den Verlust der Tauben während der Jungtaubensaison zu verhindern.

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Paramyxo und Herpes Impfstoff

Lieber Herr Dr. Boskamp,

ich besuchte einen Sportfreund und der erzählte mir von einem Kombi-Impfstoff für Tauben gegen Paramyxo und Herpes.

Gibt es so einen Impfstoff? und wenn ja, wo bekomme ich den?

Mit sportlichen Grüßen H. D.

Dr. Boskamp antwortet: (more…)

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Pocken

Züchter fragen mich oft, ob sie gegen Pocken impfen sollen. Diese Frage ist wieder aktuell, da wir im aktuellen Jahr mehr Pocken als normal festgestellt haben. Das Pockenproblem ist ein Problem mit einer Wellenbewegung. Wenn ein Pockenausbruch stattfindet, veranlasst dies die Züchter wieder verstärkt zu impfen, so dass der Infektionsdruck abnimmt. Nun hören wir ein paar Jahre nichts mehr von Pocken und die Pockenimpfung wird “vergessen”, sodass früher oder später eine neue Welle der Pockenerkrankungen auf die Tauben zukommt.

Da der bekannte Impfstoff (ovo-peristerin) der Fa. Intervet vom Markt ist gibt es jetzt einige osteuropäische Impfstoffe, die auch nach der Follikelmethode arbeiten.

Ich weiß, dass Anwender glücklich darüber sind, aber ich habe auch viele Beschwerden über diese Impfstoffe bekommen. Sie können in einigen Fällen nicht genug Impfschutz bieten oder sind zu stark und die Tauben reagieren sehr heftig. Da keine anderen Impfstoffe auf dem Markt sind ist abzuwarten, ob neue Alternativen kommen.

Zum Glück steht der kombinierte Impfstoff-Paramyxo / Pox wieder zur Verfügung, so dass eine Alternative zu der Follikelmethode besteht. Die Firma Fort Dodge, welche diesen Impfstoff anbietet, ist von Pfizer übernommen worden. Es ist zu hoffen, dass dieses Unternehmen die Taubenimpfstoffe weiterhin dem Markt anbietet. Viele Pharmaunternehmen haben sich von der Herstellung von speziellen Taubenmedikamenten verabschiedet.

Die Ausgangsfrage: Ist es klug, zu impfen? Ich würde es tun. Der Infektionsdruck ist relativ hoch. So wird auch erwartet, dass die Probleme in dieser Saison verstärkt auftreten.

Über den Autor:

Dr. Peter Boskamp ist Tierarzt. Besuchen Sie seine Praxis. Die Fragen unserer geschätzten Besucher beantwortet Dr. Peter Boskamp kostenfrei in unserer Taubensprechstunde.

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Pockeninfektion

Im vorigen Newsletter habe ich besprochen dass diverse Krankheitserreger unsere Tauben angreifen. Viren sind in diesem Zusammenhang im wahrsten Sinne beunruhigend, weil meistens wenig heilendes dagegen zu tun ist. Im Falle einer Virusinfektion können wir nur die sekundaire bakterielle Infektionen bekämpfen, um so das Leid der Tauben zu lindern. Vorbeugend können wir gegen diese Angreifer nur handeln mittels Impfung. Aber das ist nur möglich wenn eine Impfung erhältlich ist. In bestimmte fälle gibt es sogar (noch) keine Imfpstoffe. Denken Sie zum Beispiel an dem Circovirus. Hiergegen ist bis jetzt noch keinen Impfstof entwickelt mit allen denklichen Folgen. Ich möchte in den kommenden Newsletter die bei den Tauben meist vorkommenden Viren besprechen.

In diesen Newsletter möchte ich aufmerksamkeit geben an dem Pockenvirus. Im ersten Teil dieses Newsletters möchte ich mit Namen die wissentschaftliche Seite des Virusses erläutern.

Wissenschaftliche Information

Pocken bei Tauben werden verursacht durch Avipox columbae. Der Virus ist Endwirtspezifisch aber verwant an unter anderem die Hühner- und Truthahnpocken. Die sogenannten typischen Pocken. Die Rede ist auch noch von atypischen Pocken. Hierzu rechnet man den Blutwarzenvirus. Dieser Virus ist wahrscheinlich nicht verwant an dem typischen Pockenvirus. Dieser Virus verursacht die bekannten Blutwarzen die sich oft unter den Flügel befinden. Die Tatsache dass Pockenviren Endwirtspezifisch sind heist dass Tauben nicht empfindlich sind für die Pocken von zum Beispiel Hühner, Kanarienvögel oder sogar Sperlinge.

Art der Infektion

Wie schon gesagt sind nur Tauben empfindlich für den Taubenpockenvirus. Ein Ausnahme machen die Hühner die auch immunologisch reagieren können auf dem Taubenpockenvirus. Pocken kommen bei Tauben noch regelmässig vor. Auch bei wilde und Städtetauben. Seit Jahren kommt die Krankheit vor allem zum vorschein im Spätsommer und Herbst. Die Ursache liegt in der Tatsache dass dann auch die meisten Insekte vorkommen die dem Virus übertragen können, wie Mücken. Aber auch die rote Federmilbe kann dem Virus übertragen. Neben Insekte die den Virus übertragen spielt auch das kämpfen der Tauben gegenseitig eine wichtige Rolle. Korbinfektionen können dann bei Programmspierlern einen ausbruch des Virusses hervorrufen. Der Ausbruch kommt dann erst eine Woche nach dem Flug wo die Tauben sich infiziert haben vor. Oft leisten die Tauben während dem Flug noch gut. Die Inkubationszeit, das ist die Zeit zwischen Infektion und der tatsächliche Ausbruch des Virusses ist meistens 7-10 Tagen mit eine Auslaufzeit bis zu 20 Tagen. Kämpfen und Insektenbisse sorgen dafür das der Virus im Körper eindringen kann. Tauben die infiziert sind mit Pocken scheiden den Virus aus über den Speichel, Tränenflüssigkeit und manchmal Kot. Der Virus kommt frei nach zerstörung der Epithelzellen und verbreitet sich dann weiter.

Erscheinungen

Wir unterscheiden zwei erscheinungsformen der Pocken:

1. Die Hautform. Wir sehen meistens kleine Pocken auf die Haut mit einer Vorliebe für die Haut rund den Augen oder die Mundwinkel beim Schnabel. Aber auch, wenn auch weniger, bei den Ohren und rund die Kloaka und den Pfoten. Kurzum auf den wenig befiederten Hautteile. Es fängt an mit kleinen Knötchen so gross wie ein Streichholzkopf oder Bläschen die auswachsen können zu den typischen Pockenverletzungen, bestehend aus Wucherungen der Hautzellen die Verfallsanfällig sind.

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