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Der Herpesvirus: Symptome und Krankheitsverlauf

Den Herpesvirus habe ich vor einigen Jahren auch schon besprochen. Aber die Fragen über dieser Virus bleiben, wie damals, hereinkommen, somit will ich das eine oder andere nochmal Aufmerksamkeit schenken. Hier kommen alle bis jetzt bekannte wissenschaftliche Daten zur Sprache um danach die praktische Aspekte und Folgen zu besprechen.

Der Herpesvirus

Der Herpesvirus bei der Taube (DHV1) kommt in letzter Zeit immer mehr im Blickpunkt. Es bekommt jetzt ein bisschen mehr die Aufmerksamkeit die es verdient von den Taubenzüchtern. Der Virus kommt (meistens Symtomlos) vor bei vielen Tauben. Das zeigt die grosse Anzahl der Tauben die spezifische Antistoffe gegen dieser Virus im Blut haben. Diese Anzahl wird geschätzt auf mehr als 50% der Tauben. Mehr als die hälfte der Tauben wird also auch latent infiziert sein. Herpersviren haben die Tendenz um nach einer Infizierung ‘in Ruhe’ im Opfer zu verbleiben. In Perioden von Stress kann es dann wieder aktiv werden. Das erklärt teils auch warum die meisten Symptome dann auch erscheinen bei den Jungtauben sobald diese einen Immunitätsdip zur Beute werden, wie dies vorkommen kann nach dem Absetzen und bei den Trainingsflügen.

Ältere Tauben scheiden dem Virus ab und zu wieder aus ohne dass die Tauben krankheitserscheinungen haben müssen. Wir können die Tauben sehen als ein Virusbehälter.

Krankheitsverlauf

Es wurde lange Zeit ziemlich gleichgültig reagiert auf Herpesinfektionen bei den Tauben. Die klinischen Fälle der Taubenherpesvirusinfektion waren dann auch ziemlich selten. Normalerweise ist es so dass die Jungtauben schon früh infiziert werden, oft schon beim füttern, von den Elterntieren. Sie haben dann noch den Schutz von den Abwehrstoffen die sie von das Muttertier bekommen haben (maternale Antistoffe). Deswegen entstehen dann meistens keine klinische Erscheinungen. Sie bleiben jedoch lebenslänglich infiziert.

Klinische Erscheinungen sind zu erwarten bei Tauben die keine Antistoffe haben wenn sie mit dem Virus in kontakt kommen. Dies kann zum Beispiel passieren bei gekaufte Jungtauben die bei den eigenen Jungtauben gehalten werden. Nach 5-7 Tagen können dan Krankheitserscheinungen vorkommen. Wenn es dann eine starke Virusvermehrung gibt kann der Infektionsdruck so hoch werden auf dem Schlag dass auch eigene Jungtauben mit wenig Antistoffe anfangen Symptome zu zeigen. Der Virus kann so eine lange Zeit aktiv bleiben auf einem Taubenschlag. Mit allen denklichen Folgen für den Jungtaubenflugsaison natürlich. Die Erholung von eine schwerere Viruserkrankung kann eins bis drei Wochen dauern.

Während Stess-Situationen, wie beim Transport im Korb, können Trägertiere diese Herpesviren ausscheiden. Das wird offensictlich schneller vorkommen wenn die Abwehr der Tauben schlecht ist.

Forschung in Deutschland hat ausgewiesen dass im Monat Juli einen Höhepunkt erreicht wird in der Virusausscheidung während dem Transport und dass dan sogar bis zu 60% positive Kotproben gefunden worden sind.

Vor allem junge Tauben im Alter zwischen 2 und 10 Wochen können klinische Symptome zeigen. Die klinische Symptome unterscheiden sich stark. Es geht von akute Sterbefälle mit Verluste bei den Jungtauben bis der besser bekannte Aubenbindegewebe-entzündung die wir dan ‘das Vlies’ nennen. Traditionell wird der Herpesvirus eine Rolle bedacht im Coryza contagiosa complex (= ansteckender Schnupfen).

Symptome

Wenn wir das gesamte Symtombild hier aufreihen, muss man bedenken dass dies nur in eine bestimmte Fälle so vorkommt. Meistens ist nur eine Fraktion dieser Symptome zu sehen. Das macht es so schwierig eine Herpesvirusinfektion als Diagonose zu stellen, nur anhand der klinischen Symptome. Sehr typische Herpeserscheinungen äussern sich mit gelblichen Beschläge im Mund und Rachen. Diese Beschläge liegen im Gegensatz zu diphterische Beschläge oder sehr schwere Gelbinfektionen (die heutzutage nur noch sehr selten vorkommen) wie eine art von Vlies lose auf die Schleimhaut von Mund, Zunge und Rachen. Der Virus erzeugt also vor allem eine Infestation der vorderen Luftwege und die Mund-und Rachenhöhle und die Luftröhre, der Kropf und der Schlund. Durch die Infestationd des Kropfes können die Tauben fast kein Futter verdauen und der Appetit verschwindet dadurch fast völlig. Obwohl es also vor allem ein Krankheitsbild ist dass wir sehen bei Tauben im Alter zwischen die zwei und zehn Wochen, können diese Symptome auch vorkommen bei ältere Tauben. Bei heftige Ausbrüche kann mehr als die Hälfte der Tauben sterben an die Folgen der Viruserkrankung. Das Mass jedoch in dem die Symptome vorkommen wird auch bedingt durch die Abwehr der Tauben und sicher auch die Kraft (virulenz) des Virusses. Letzteres variiert oft sodas auch das Mass in dem die Symptome vorkommen sich järhlich ändern kann. Oft haben wir es nur zu tun mit milde Symtome wobei wir manchmal nur das Vlies vor dem Auge sehen.

Andere Krankheiten wobei wir also Beschläge im Schnabel treffen können sind der gelbe Knopf, die Pocken-Diphterie und Candidiasis. Und ab und zu eingetrockneter Schleim nach einen schweren Flug. Bei Pocken-Diphterie und der gelbe Knopt sind die Beschläge jedoch mehr Käsig und haben dadurch doch ein anderer Aspekt.

Weil der Mehrteil der Herpesvirusinfektionen immer noch einen ziemlich milden verlauf haben, ist die Rolle dieses Virusses vor allem wichtig im ganzen vom Ornithose-Komplex. Gegen der Virus selber ist nämlich wenig oder gar nichts zu machen. Haben wir es zu tun mit einer schweren Infektion dann wird vorbeugend medikamentiert um die Tauben zu unterstützen um so vor zu beugen dass die Tiere an zusätsliche Infektionen zu Grunde gehen. Ist die Sprache von wertvollen Tauben, dann kann man versuchen um durch die gabe des Mittels Acyclovir während etwa zehn Tagen die Ernst der Krankheit zu beschwichtigen und der Einfluss des Virusses einigermassen zu zügeln. Wunder darf man dann nicht erwarten. Zudem kann man bei schwer erkrankte Tauben die individuelle Tiere unterstützen mit Marbocap und Synulox. Im Falle einer Herpesinfektion kann es nützen dem Schlag zu desinfektiern mit Koudijs-trockendesinfektor oder mit Virkon S (gut einwirken lassen).

Der Herpesvirus in der Praxis

Wie wir gesehen haben sind viele Tauben latent infiziert mit dem Herpesvirus ohne dass sie davon krank werden oder Symptome zeigen. Wir haben auch gesehen dass vor allem die jüngere Tauben im Alter zwischen 2 und 10 Wochen beschwerden von diesem Virus haben können. Sogar so sehr dass sie daran sterben können. Die Symptome konzentrieren sich oft auf die Luftwege und oft ist die Rede von anzeichen von Coryza.

Bevor es so weit kommen kann muss die Abwehr dieser Tauben verringern. Etwa in die Zeit des Absetzens ist dies der Fall, aber auch bei überbesatz auf den Schlägen und während des Transports unter weniger guten Umstände wie hoge Temperatur und Feuchtigkeit.

Wenn die Krankheit aufkommt ist wenig zu machen am Virus selber. Bei Virusinfektionen im Allgemeinen ist zu sagen dass Antibiotica nicht wirksam sind. Trotzdem fragen viele Taubenzüchter bei Virusinfektionen nach Antibiotica. Solange es die Erkenntnis gibt dass nur sekundaire Infektionen hiermit bekämpft werden ist nicht so viel los. Bei Virusinfektionen können, durch die Verringerung der Abwehr, in Folge dieser Virenerkrankung, die Bakterien die normalerweise keine Chance hatten, die jetzt kriegen. Es kann also sehr wohl sachverständig sein um diese sekundaire Infektionen zu bekämpfen. Die Tauben haben es immerhin schon schwer genug mit dem Angrif des Virusses selber.

Diese Art von Infektionen werden auch eher vorkommen wenn die Tauben auch noch infiziert sind mit andere Infektionen wie der Gelbe Knopf, Kokzidiose und Würmer.

Das Bekämpfen dieser Infektionen ist also auch sehr wichtig genau wie auch das erhöhen der allgemeinen Abwehr.

Es wurde lange Zeit ziemlich gleichgültig reagiert auf Herpesinfektionen bei den Tauben. Die Anzahl der Schläge wo ernsthafte ausbrüche vorkamen war dann auch klein. In letzten Jahren ist eine zunahme von klinischen Erscheinungen in der Praxis zu sehen, wobei auch die Ernst der Erscheinung zu zu nehmen scheint. Ein guter Grund also für uns allen um doch aufmerksamer zu werden. Es ist möglich dass die zunahme der Infektionen mit dem Circovirus hierbei eine Rolle spielen, weil dieser Virus dafür sorgt dass die Abwehr der Tauben weniger gut funktioniert. Der Circovirus greift vor allem die Abwehrzellen an. Das Reaktionsvermögen des Abwehrapparats kann hierdurch verringern.

Die Ernst der Verringerung des Abwehrapparats hängt ab vom Zeitpunkt der Infektion der (Jung) Taube. Je früher im Leben, desto schlimmer sind die Folgen. Werden die Tauben geimpft gegen paramyxo, während sie infiziert sind mit dem Circovirus, wird der Abwehrapparat nicht oder nicht optimal reagieren können auf die Impfung. Der Schutz der Impfung gegen dem Feldvirus kann dann beschränkt sein, wodurch die Tauben doch noch Symptome einer Paramyxoinfektion zeigen können.

In wiefern das passieren wird hängt auch ab von wie sehr der Circovirus sein Unwesen treiben konnte in den Abwehrzellen.

Zurück zum Herpesvirus. Es ist nicht schwer vorstellbar dass Tauben die latent infiziert sind mit dem Herpesvirus (und das sind viele) im Falle einer Circovirus infizierung als erste an die Reihe sind um Beschwerden zu bekommen vom schlafenden Herpesvirus.

Der Circovirus macht dass das Abwehrorgan der Jungtauben, das sich noch völlig entwickeln muss, dann auch schlecht reagieren kann auf diesem Herpesvirus. Ein aktiver Herpesvirus kann, wie wir sehen konnten, bei eine verringerte Abwehr ordentlich sein Unwesen treiben (oft mit Symptome die uns sogar vermuten lassen dass Adeno mit im Spiel ist).

Unter günstige Umstände werden möglicherweise noch wenig Symptome zu sehen sein. Aber während stressvolle Momente versucht der Virus sein Glück. Die Oriëntierung der Tauben kann hierdurch erheblich leiden.

Es ist zu einfach um die grosse Verluste die seit 2005 zunehmend die Jungtauben treffen, ganz und alleine an dieser Virus zu zu schreiben. Persönlich jedoch habe ich stark den Eindruck dass es ganz entschieden, eventuell hand in hand mit dem Paramyxovirus, eine grosse Rolle spielt.

Diese Problematik war schon seit dem Aufgang des Circovirusses rund den Millenniumwechsel im Bilde. Die letzten Jahre jedoch auf viele Stellen in zunehmenden Mass, wie wir alle sehen und hören konnten.

Gerade die Schwächung des Abwehrorgans macht es den Tauben unmöglich um angemessen zu reagieren. Sie können jetzt massal den Virus vermehren. Werden diese Tauben eingekorbt (äusserlich können sie ja noch gut aussehen) dann sind sie auf dem Transport eine Quelle der Infizierung für den ganzen Konvoi. Eine Woche später können diese infizierte Jungtauben während den nächsten Flug beschwerden bekommen von dieser Virus und dem zufolge den Weg nach Hause nicht mehr finden.

Medikamente gegen diese Infektion bestehen wie gesagt nicht. Nur gegen die beikommenden Infektionen. Deswegen müssen wir unsere Strategie richten auf vorbeugung.

Einerseids ist dass die Unterstützung der Körpereigenen Abwehr wo möglich (z.B. mit Hilfe von Bony SGR oder Bony Sambuccaplus).

Für Virusinfektionen im Allgemeinen gilt dass wir die Patiënten schützen müssen mittels einer Impfung.

Vor 25 Jahren gab es einen Impfstoff der eingesetzt wurde gegen den Herpesvirus. Der wirkte nicht genügend. Mittlerweile sind wir 25 Jahre weiter und die Entwicklungen stehen natürlich nicht still. Vor 25 Jahren fuhr ich auch Auto. Mein jetztiges Fahrzeug kann viel mehr als das damalige. Der Fakt dass ein Impfstoff vor 25 Jahren nicht wirkte, will nicht sagen dass ein anderer Impfstoff das jetzt auch nicht macht. Ein kritischer Blick zur neuen möglichkeiten ist dann sicher auch erwünscht. Und es ist auch vernünftig.

In 2005 meldete ein Ungarischer Kollege dass er gute Resultate hatte mit ein neuer Herpesimpfstoff. Ich war Skeptisch. Es wird ja allgemein angenommen dass es schwierig ist um gute und wirksame Impfstoffe gegen Herpes zu entwickeln. Für andere Tierarten gelang das auch nicht. Für Katzen gibt es ein guter Impfstoff, ebenfalls für Rinder. Bei letzteren Tierart hat eine gute Impfpolitik die Probleme mit dem Herpesvirus stark verringert.

Ich habe die letzten Jahren ein Fima kontaktiert um den Impfstoff in den Niederlanden verfügbar zu bekommen. Im laufe von 2011 haben wir, als es verfügbar war, hierdurch etwa 5-6000 Jungtauben mit dieser Kombi-Imfpstoff impfen können (Herpes-Paramyxo). Zweimal mit 3-5 Wochen zwischenzeit. Ich sage jedesmal dazu: ‘Don’t shoot the pianoplayer’. Wir mussten ja noch feststellen ob es weniger Verluste gab bei den geimpften Tauben. Dazu mussten wir auch noch den Faktor ‘Zufall’ ausschliessen.

Jetzt, wo die erste Saison vorbei ist kann ich meldung machen von eine sehr zufriedene Gruppe Taubenzüchter. Nicht nur bekam ich die Rückmeldung dass weniger Jungtauben hintergeblieben sind, ich bekam auch Berichte von diverse Kunden dass es scheint alsob die Jungtauben weniger Luftweginfektionen hatten.

Vorsichtig behaupte ich dann auch, immer noch mit eine gewisse zurüchhaltung, das dieser neue Impfstoff möglicherweise einen positiven Anteil haben kann an das beherschbar machen von das grösser werdende Problem der Verluste bei den Jungtauben.

Nach dieser kommenden Saison müssen wir, mittels die dann verfügbaren ausführlichere Resultate, der Faktor Zufall in diesem Ganzen weiter ausschliessen können.

Es ist möglich dass durch frequent impfen die Herpesproblematik, in Analogie wei beim Rind, zurück zu drängen ist.

Falls Sie kein Heil sehen in eine vorbeugende Impfung, überlegen Sie sich dann um wenigstens die Abwehr der Tauben zu unterstützen und zu optimalisieren.

Haben Sie in der Saison mit einen Herpes-Ausbruch zu tun, seien Sie dann so vernünftig um, während Sie den Jungtauben optimal unterstützen und eventuell Medikamente geben gegen sekundaire Infektionen, die Krankheit den natürlichen Verlauf zu lassen, und die Tauben ganz ausheilen lassen. Wir können selber ja auch keinen Sportwettkampf zu einem guten Ende kommen lassen wenn wir die Grippe haben. Sie laufen die Gefahr dass die Tauben massal hinter bleiben wenn sie trotzdem gespielt werden.

Über den Autor:

Dr. Peter Boskamp ist Tierarzt. Besuchen Sie seine Praxis. Die Fragen unserer geschätzten Besucher beantwortet Dr. Peter Boskamp kostenfrei in unserer Taubensprechstunde.

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Herpesvirus

Dem Herpes-Virus habe ich mehrere Newsletter gewidmet. Trotzdem kommen sehr oft Fragen. Besonders jetzt, da das Ausmass der Krankheitsausbrüche deutlich zunimmt. Grund genug, diese böse Krankheit wieder in den Mittelpunkt zu stellen.

Ich möchte dieses Mal jedoch einen praktischen Ansatz wählen. Viele Tauben haben diesen Virus ohne das der Züchter es selbst erkennt. Tatsache ist jedoch, dass die Tauben nicht trainieren wollen, ihnen die richtige Form fehlt, obwohl alles unternommen.

Im Jahre 2005 gegen Ende Mai und im Juni sahen wir bis dato die meisten Fälle. Besonders unter den Jungtauben wurden die ersten Fälle in diesem Jahr bereits im Februar gemeldet. Diese Fälle wurden von erheblichen Verlusten begleitet.

Bei einigen Züchtern bekamen die Jungtauben die typischen Beläge im Mund- und Rachenraum.
Viele Patienten waren nicht zu retten. Nur mit großer Mühe und Anstrengungen kamen einige durch (mit einer speziellen Zwangsernährung wie Brei, etc.)

Bereits im Frühjahr sahen wir nun Tauben in unseren Sprechstunden mit den typischen Symptomen des Herpesvirus. Genug Fälle, in denen der Verdacht besteht, dass Herpes eine Rolle spielt.

Wenn sich eine Herpes-Infektion in einem Schlag ausbreitet kann diese auch ohne Symptome verlaufen. Besonders in den Monaten ausserhalb der Reisesaison. Das einzige, was in dieser Zeit auffällig erscheint, ist, dass die Tauben ein bisschen lethargisch werden.

Aber in dieser ruhigen Zeit sind Tauben dabei, welche die typischen, gelb-weißen Beläge im Rachen aufweisen. Viele Züchter denken sofort an eine Trichomonaden-Infektion und sind erstaunt, dass eine Behandlung keine Wirkung zeigt. Mehrmals bin ich dann von einem Züchter daraufhin angesprochen worden ob es kein stärkeres Mittel gibt. Die Frage war dann schnell mit dem Hinweis beantwortet, dass es auch etwas anderes sein könnte.

In der ruhigen Jahreszeit können die Symptome kaum spürbar sein. Besonders bei alten und und jährigen Tauben. Aber wie gesagt, sahen wir in diesem Jahr schon ziemlich schwere Fälle.

Während der Reisesaison können diese leichten Fällen zu den grössten Problemen führen. Sie haben alles getan, um die Tauben gesund an den Start zu bringen. Falls erforderlich wurde, nach einer Untersuchung, eine Trichomonaden-Kur gemacht. Manchmal sagte ein Tierarzt sogar, dass die Kehlen etwas gerötet waren. Bei der Frage, ob die Tiere besser trainieren war die Antwort: Ja, etwas besser aber immer noch schlecht.
Weitere Untersuchungen sind dann meist wenig aufschlussreich.

Wie bei Streptokokken oder Staphylokokken bei einer bakteriologische Untersuchung. Werden die Tauben auf Wettflügen gefordert kommen sie nicht gut nach Hause. Sie kommen zu spät und selbst erfahrene Tauben bleiben aus. Auch bei gutem Wetter. Aber wenn das Wetter dann schlecht ist sind die Verluste erheblich.

Wenn die Tauben zu spät kommen wird häufig eine Behandlung der Atemwege durchgeführt.

Aber eine Woche später kommen wieder viele Tauben zu spät.”Wie kann das sein? “Ich glaube, dass die Behandlung nicht stark genug war..” ist dann eine oft gehörte Bemerkung.

Wenn Sie als Taubentierarzt die Tauben untersuchen finden sie in der Kultur oft mehr Entzündungszellen als normal. Es besteht der Verdacht, dass Herpes im Spiel ist.

“Dann geben Sie mir mal ein gutes Mittel”, hört man dann oft.

Aber leider ist Herpes eine Virusinfektion, wie Grippe, und sollte von den Tauben überwunden werden. Und das braucht Zeit. Und die Zeit hat ein Züchter in der Saison nicht. Es muss eine sofortige Lösung her.

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Herpesvirus – kurz und knapp

Infizierte Tauben bleiben lebenslang Träger des Virus. Unter Streßfaktoren kann die Ausscheidung des Virus zunehmen. Bei jungen Tauben, zwischen 2 und 10 Wochen alt, kann der Herpesvirus allgemeine Krankheitssymptome hervorrufen. Bei älteren Tauben wird dem Herpesvirus eine beschränkte Rolle beim Coryza Contagiosa Komplex zugesprochen.

Bei Nestjungen kann durch Herpes akute Sterblichkeit ohne jegliche Symptome auftreten. Ältere Tauben mit klinischer Herpesvirusinfektion können einen difteroiden Belag im Hals, im Schnabel, im Schluckdarm und im Kopf bekommen. Man darf dies nicht mit Gelbem Kröpf (Trichomoniasis), Candida oder Pocken-Diphterie verwechseln.

Gegen eine Ansteckung mit dem Taubenherpesvirus gibt es, außer einigen experimentellen Behandlungen mit Virushemmern keine Therapie. Es kann nicht dagegen geimpft werden. Die Behandlung der befallenen Tauben sollte aus Trennung der Paartauben bestehen. Die difteroiden Beläge kann man mit Jodium betupfen.

Zur Prävention sekundärer Infektionen können eine Woche lang bis 10 Tage Marbocap und AMX- Tabletten gegeben werden. In ernsten Fällen muss man die Tauben künstlich füttern und wird die Gabe einer flüssigen Aminosäure/Elektrolytenlösung empfohlen.

Über den Autor:

Dr. Peter Boskamp ist Tierarzt. Besuchen Sie seine Praxis. Die Fragen unserer geschätzten Besucher beantwortet Dr. Peter Boskamp kostenfrei in unserer Taubensprechstunde.

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Interview mit Tierarzt Dr. Boskamp

Im Januar wurde auf der Website www.brieftauben-markt ein Interview publiziert. Weil darin sehr interessante Sachen zur Sprache kamen, haben wir den ersten Teil des Interviews in den Newsletter von Januar aufgenommen.

Peter, wann hast Du angefangen Deine Idee der alternativen, vorbeugenden Versorgung der Tauben mit natürlichen Wirkstoffen anzuwenden?

Dies war genau vor 18 Jahren. Meine umfangreichen Erfahrungen aus der Nutztierhaltung gaben mir die Grundlage, dieses Wissen anzuwenden und in Behandlungsmethoden und wirksame Produkte umzusetzen.
Bedeutet dies, dass Du Medikamente ablehnst und ausschließlich Naturprodukte Deinen Kunden empfiehlst?

Nein, dies wäre töricht. Ich bin Tierarzt – kein Quacksalber! Wir haben eine zweigleisige Philosophie entwickelt, welche es jedoch erlaubt, den Einsatz von Medikamenten zu reduzieren und wir diese immer nur dann empfehlen, falls es absolut sinnvoll ist. Hier muss ich selbstverständlich weiteres ausführen.
Viele auf dem Taubensektor tätigen Tierärzte befassen sich ausschließlich mit der klassischen, brieftaubenspezifischen Tierheilkunde.

Hier im Wesentlichen auf die Wiederherstellung der Gesundheit im Krankheitsfall. Tritt eine Krankheit auf wird diese mit Medikamenten behandelt. Dies tun wir selbstverständlich auch. Wir beginnen jedoch sehr viel früher. Wir haben das Ziel, die Krankheit erst gar nicht entstehen zu lassen. “

Was heisst das nun konkret für den Taubenzüchter und seine Tiere?

Wir haben in 25 jähriger Forschungsarbeit einen Weg gefunden, der dem Taubenzüchter Wirkstoffe in die Hand gibt, um eine Vielzahl von Krankheiten zu vermeiden. Die beste Krankheit ist die, welche erst gar nicht auftritt! Unser “Roter Faden” dreht sich hierbei um unser Produkt Bony SGR.

Dies ist ein säurehaltiges Ganzjahresprodukt, welches auch schon den Jungtauben beim Aufwachsen dabei hilft, die vielseitigen Herausforderungen der Kinderkrankheiten ohne wesentliche Symptome zu überstehen. Hierbei wird schon die Grundlage für ein “gesundes” Brieftaubenleben gelegt.

Was bewirkt dieses Produkt genau?

Durch die exakt abgestimmten natürlichen Wirkstoffe wird das Immunsystem der Tauben so stimuliert, dass die Tauben wenig Energie dafür aufwenden müssen Krankheiten zu bekämpfen. Die Jungtauben bei ihrem Wachstum, die Reisetauben bei den Wettflügen. Diese Energie steht ihnen für ihre Aufgaben in den unterschiedlichen Entwicklungsschritten und Jahreszeiten zur Verfügung.

Bony-SGR ist der jüngste Sprössling unserer Widerstandstränke. Genau wie Phytovitalität und dem Widerstandstrank ist es ein säuernder Kräutertrank. Der Trank enthält Kräuter, die die Widerstandskraft erhöhen, zu nennen sind (u.a.): Echinea Purpurea, Eleuterococcus, Panax Ginseng, Cat’s Claw und weitere Kräuter welche die Verdauung optimieren.

Die ausbalancierte Zusammensetzung von Bony-SGR sorgt für die Verbesserung der Darmflora und verhindert das Wachstum von Hefen (wie Candida Albicans).

Die bessere Darmflora trägt dazu bei, dass krankheitserzeugende Colibakterien weniger Gelegenheit bekommen, Überhand zu nehmen. Das ist auch der Grund dafür, dass Tauben, die im Frühjahr in Kontakt mit dem Adenovirus kommen, sich in der Praxis schneller erholen. Im Prinzip kann Bony-SGR das ganze Jahr hindurch an die Tauben verabreicht werden.

Neben dem Kernprodukt Bony SGR empfehlen wir jedoch noch weitere Produkte aus unserem Hause, die eben diese jahreszeitlichen Herausforderungen unterstützen. Dies fallen allesamt unter die Nahrungsergänzungsprodukte, welche die Gesunderhaltung unterstützen. Hierzu zählen z.B. die Bony-Öle für die Zucht und Reise. ” Wie kann sich der Taubenzüchter darüber weiter informieren? Wir haben all diese Überlegungen ausführlich in einem Buch mit dem Titel “Zurück zur Basis” niedergeschrieben. Dieses Buch erklärt die Gedanken und die Umsetzung zur Stärkung der allgemeinen Abwehrkräfte.

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Streptococcose

Der Verursacher dieser Krankheit heißt vollständig Streptococcus gallolyticus. In Belgien ist die Krankheit auch unter dem Namen der Muskel- oder Flügelkrankheit bekannt. Ab und zu beobachtet ein Taubenliebhaber eine Taube, die schlecht oder gar nicht mehr fliegen kann.

Oft denken wir dann natürlich an eine Infektion mit der Paratyphus Bakterie. Aber das ist noch lange nicht immer der Fall. Es fällt auf, daß diese Krankheitsfälle in Schlägen, wo weniger Hygiene betrieben wird, mehr vorkommen.

Außerdem treten sie häufiger bei Täubinnen in der Zuchtsaison auf. Es kann dann passieren, daß eine Täubin auf Eiern morgens noch in gutem Zustand ist, mittags nicht mehr fliegen kann und einige Stunden später, bevor es noch andere Anzeichen gibt, tot ist. Diese anderen Symptome können Hinken und Hängenlassen beider Flügel sein.

Es ist typisch, daß eine Taube nicht mehr in ihren Kasten fliegen kann. Diese Symptome erinnern also auch an Paratyphus. Es kann sich dann auch um eine Komplikation bei einer Paratyphus-Ansteckung handeln. Wenn die Tauben nicht plötzlich sterben, kann ein grüner, schleimiger dünner Stuhlgang auftauchen. Die Tauben trinken manchmal auch mehr.

Meistens ist der Appetit verschwunden.

Die Kondition verschlechtert sich sehr schnell. Während der Zucht kann auch embryonale Sterblichkeit auftreten.

Da oft an Paratyphus gedacht wird, wird in diesen Fällen z.B. mit Batryl oder Trimsuifa gekürt. Diese Therapie wirkt dann aber nicht, weil der Streptococ nicht auf diese Mittel reagiert. Wenn der Infektionsdruck durch die Streptococ- Bakterie zu hoch ist, fällt manchmal auf, daß die Leistungen der Jungen nicht den Erwartungen entsprechen.

Die Jungen trainieren dann nur mäßig und die Verluste unter den Jungen sind sehr hoch. Auch bei befallenen älteren Tauben kann die Kondition leiden. Sie fliegen oft keine Preise. Wenn in einem Schlag von einem Ausbruch die Rede ist, können all diese Symptome sich über verschiedene Tauben verteilen.

Nicht alle Tauben zeigen also alle Symptome. Wenn Symptome verteilt über verschiedene Tauben vorkommen, ist es sinnvoll, auch an die Möglichkeit dieser Infektion zu denken. Bei Infektionen sollte nie blind gekürt werden, aber ganz bestimmt nicht bei Streptococcose.

Viele Mittel, die bei diversen Infektionen bei Tauben verwendet werden, wirken gar nicht oder kaum gegen diese Bakterie mit der Folge, daß die Situation sich weiter verschlechtern kann. In Schlägen mit Gitterfluren hat man festgestellt, daß die Bakterie bedeutend weniger Schaden verursacht. Wenn man mit dieser Bakterie zu tun hat, ist das Anbringen von Gittern oft eine gute Möglichkeit, den Ausbruch über längere Zeit im Griff zu haben.

Das Risiko der wiederholten Ansteckung ist kleiner, weil die Tauben weniger durch den Mist laufen. Bei einem akuten Ausbruch von Streptococcose sind Mittel wie Puder 22 oder Bony-Amco effektiv. Auch Bony-Jodi ist wirksam, ebenso Ampicilline 2 Gramm pro Liter während mindestens sieben Tagen.

Trimsuifa, Altabactine oder Baytril wirken bei dieser Infektion nicht, weil die Bakterie nicht darauf anspricht. Streptococcen können bei Tauben immer auftreten. Es handelt sich um eine Bakterie, die bei Tauben normal ist. Aber auch bei dieser Bakterie gilt, daß die Krankheit erst dann auftritt, wenn betreffend des Infektionsdrucks und der Abwehr der Taube einige Voraussetzungen erfüllt werden.

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